Farbwahl
Thema:
Eine Geschichte mit einer Farbe als Protagonisten

„Leute: Alle leise sein! Ich glaube da kommt jemand! Ist zwar noch super früh, aber es gibt halt immer irgendeinen, der schon um diese Uhrzeit aktiv ist. Also Ruhe im Regal!“

»Da kommt ein Mann um die Ecke, mit einem Wagen. Gut! Na, komm her, Mann, komm her und nimm mich mit! …. Ja! Er bleibt vor mir stehen … greift zu und BINGO! Ich stehe im Einkaufswagen!«

»So weit so gut. Jetzt nur noch durch die Kasse und dann ist es so weit. Ich kann mich so richtig an einer Wand ausbreiten und diesem engen, blöden Eimer hier endlich ‚Lebewohl‘ sagen. Ich hoffe nur, der nimmt nicht noch mehr Zeug von hier mit. Dieser Baumarkt ist verdammt groß.«

»Aber was ist das? Er nimmt noch einen Eimer Farbe mit? Was könnte er, außer meinem wunderbaren Rot, denn noch im Haus haben wollen? Blau? Ist das sein Ernst: Blau? Ich glaube, ich kriege gleich das Blubbern!«

»Das hatte ich mir aber anders vorgestellt: Den Einkaufswagen, mit Blau teilen! Was für eine Schande! Ich hoffe der Typ verstreicht uns nicht auf die gleiche Wand. Schon im selben Haus zu sein, ist Schmach genug!«

»OK, Kasse ist geschafft, jetzt geht’s zum Parkplatz. Wow, ist das kalt draußen. Da wird man ja ganz zähflüssig und bekommt noch Eisschollen. Hoffentlich ist es im Auto wärmer. Na ja, der Van von dem Typen kann sich zumindest sehen lassen. Also wird der wohl auch kein so kleines Haus haben und damit auch keine so kleinen Wände. Also bis auf dieses blöde Blau direkt neben mir, läuft es eigentlich ganz gut.«

»Ja, das ist so die Größe von Haus, die ich mir vorgestellt hatte. Aber Moment, warum stellt der mich hier im Flur ab? Und wieder direkt neben dieses doofe Blau? Er geht weg: das auch noch!“

„Hey Du Blau!“

„Ja, Rot, was gibt es denn?“

„Ich wollte nur sagen, dass es nicht meine Idee war, dass wir zusammen hergekommen sind.“

„Da bin ich auch nicht von ausgegangen. Aber was hast Du denn gegen meinen Farbton? Was ist denn so schrecklich an blau?“

„Blau ist einfach unansehnlich. Dazu noch Vereinsfarbe eines Fussball-Drittligisten!“

„Und wenn schon! Meinst Du etwa, Dein dämliches Rot ist besser? Du hast es nötig, hier große Töne zu spucken!“

„Naja, Mia san Tabellenführer.“

„Gott bewahre … Aber jetzt Ruhe im Eimer. Der Mensch kommt zurück!“

»Da ist er ja schon. Und jetzt nimmt er das Blau und verschwindet ins … KINDERZIMMER! Super. Da wird es dann auf irgendeine kleine Wand verstrichen und anschließend mit 1000 Postern überklebt. Haha!«

»Aber da ist er ja schon wieder. Und zieht meinen Deckel ab! Jetzt kommt das Aufrühren. Es soll ja wie eine sanfte Massage sein. Ich bin gespannt! … Aber nicht doch, NEIN! Nicht mit der Bohrmaschschschiiinnneeeee …«

»Wow, war das ein Ritt! Aber ich fühle mich so anders, als hätte mein Kreislauf so einen richtigen Kick bekommen. Dazu bin ich noch richtig aufgewühlt. Irre!«

»Jetzt geht es los! Die Pinsel und auch die Rolle sehen schon mal gut aus. Und wohin geht es? NEIN! NICHT! NICHT DAS BAD! NEIN!«

„NICHT INS BADEZIMMEEEEER!“